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Ein Hund, der gelegentlich an einer Pfote leckt, betreibt in der Regel ganz normale Fellpflege. Auffällig wird es erst, wenn dein Hund ständig, intensiv oder immer an derselben Stelle leckt: Dann steckt fast immer ein juckender oder schmerzhafter Auslöser dahinter. Die häufigsten Ursachen sind Allergien, Parasiten wie Grasmilben, ein Fremdkörper oder eine kleine Verletzung sowie Stress und Langeweile. Zeigt die Pfote Rötung, Schwellung, Geruch oder blutet sie, gehört dein Hund in die Tierarztpraxis.
Das Wichtigste in Kürze
- Kurzes Lecken nach dem Spaziergang ist normale Körperpflege, dauerhaftes Belecken ist ein Warnsignal.
- Häufigste Ursachen: Allergie (Umwelt oder Futter), Grasmilben und andere Parasiten, Fremdkörper oder Verletzung, Verhalten (Stress, Langeweile).
- Durch ständiges Lecken kann sich die Haut zwischen den Zehen entzünden (Pododermatitis) und das Problem verschlimmert sich selbst.
- Zum Tierarzt gehörst du bei Rötung, Schwellung, Wunde, Lahmheit, Geruch oder wenn das Lecken länger als ein bis zwei Tage anhält.
- Selbst behandeln ersetzt keine Diagnose: Ohne Ursache bleibt jede Maßnahme Symptombekämpfung.
Warum leckt mein Hund die Pfote?
Hunde lecken ihre Pfoten, um sie zu säubern, nach dem Spaziergang Schmutz oder Streusalz zu entfernen oder um sich zu beruhigen. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Problematisch wird das Verhalten, wenn es in Häufigkeit oder Dauer aus dem Rahmen fällt: Wenn dein Hund minutenlang knabbert, das Fell zwischen den Zehen feucht und braun verfärbt ist oder er nachts vom Lecken aufwacht, ist das kein Pflegeverhalten mehr, sondern eine Reaktion auf Juckreiz oder Schmerz.
Ein wichtiger Hinweis liegt darin, ob dein Hund alle vier Pfoten oder nur eine einzelne beleckt. Sind mehrere Pfoten betroffen, deutet das eher auf ein flächiges Problem wie eine Allergie oder Parasiten hin. Konzentriert sich das Lecken auf eine einzige Pfote, steckt häufig ein örtliches Problem dahinter, etwa ein Fremdkörper, eine Verletzung oder eine örtliche Entzündung.
Die häufigsten Ursachen, wenn der Hund die Pfote leckt
Allergien und Juckreiz
Allergien sind einer der häufigsten Gründe für chronisches Pfotenlecken. Bei der atopischen Dermatitis, einer Umweltallergie gegen Pollen, Hausstaubmilben oder Schimmelsporen, zeigt sich am Anfang oft nur ein Lecken an den Pfoten und ein Reiben des Gesichts, bevor weitere Symptome dazukommen. Laut dem DocCheck Flexikon ist die atopische Dermatitis eine Ausschlussdiagnose, die klinisch gestellt wird, weil es keinen einzelnen sicheren Labortest gibt.
Von einer Umweltallergie kaum zu unterscheiden ist die Futtermittelallergie. Beide lösen Juckreiz an Pfoten, Ohren und Bauch aus. Um eine Futtermittelallergie einzugrenzen, empfiehlt die Tierarztpraxis eine Ausschlussdiät über mindestens acht Wochen mit einer speziellen Futterquelle. Wichtig zu wissen: Der ständige Speichelkontakt kann das Fell rostbraun verfärben und zusätzlich Hefepilze auf der Haut fördern, die den Juckreiz weiter anheizen.
Grasmilben und andere Parasiten
Kommt das Pfotenlecken vor allem im Spätsommer und Herbst dazu, sind oft Grasmilben die Ursache. Die winzigen Larven der Herbstgrasmilbe setzen sich an dünnhäutigen Stellen wie Pfoten, Zwischenzehen, Bauch und Ohren fest und lösen dort starken Juckreiz aus. Typisch sind kleine orangene Pünktchen, Rötungen, Quaddeln und Pusteln, wie das Mein Allergie Portal beschreibt. Sie sind mit bloßem Auge oft als winzige Punkte in den Hautfalten zu erkennen.
Auch Flöhe und andere Parasiten können Juckreiz an den Pfoten verursachen. Deshalb lohnt es sich, das Fell und die Haut genau abzusuchen und den Parasitenschutz zu überprüfen, bevor du an seltenere Ursachen denkst.
Fremdkörper und Verletzungen
Leckt dein Hund plötzlich und ausschließlich an einer Pfote, solltest du zuerst nach einem Fremdkörper suchen. Grannen (kleine Getreide-Ährchen), Dornen, Splitter, Glasscherben oder kleine Steinchen zwischen den Ballen sind häufige Auslöser. Eine Granne kann sich sogar durch die Haut zwischen den Zehen bohren und dort eine Entzündung verursachen. Prüfe außerdem die Krallen: Eine zu lange oder eingerissene Kralle drückt und schmerzt. Wie du das sicher vermeidest, zeigt unsere Anleitung zum Krallen schneiden beim Hund.
Auch rissige Ballen durch Streusalz, heißen Asphalt, scharfen Sand oder langes Baden zählen zu den mechanischen Ursachen. Nach ausgiebigem Schwimmen ist die Haut aufgeweicht und empfindlicher. Was du bei Wasserausflügen beachten solltest, findest du in unserem Ratgeber zum sicheren Baden mit dem Hund.
Pododermatitis: die Zwischenzehenentzündung
Die Pododermatitis, auch Zwischenzehenentzündung oder Zwischenzehengranulom genannt, ist keine eigene Ursache, sondern oft die Folge des Leckens. Die Haut zwischen den Zehen wird rot, schwillt an und kann sich knotig verdicken. Das Tückische: Die juckende und schmerzende Pfote wird noch mehr beleckt und beknabbert, wodurch sich die Entzündung immer weiter verschlimmert. Bleibt sie unbehandelt, kann sie sich ausbreiten und heftige Wunden verursachen. Deshalb sollte jeder Verdacht auf eine Zwischenzehenentzündung tierärztlich abgeklärt werden. Eng verwandt ist der Hot Spot beim Hund, eine nässende Hautentzündung, die ebenfalls durch ständiges Lecken und Knabbern entsteht.
Langeweile, Stress und Verhalten
Nicht immer steckt eine körperliche Ursache hinter dem Lecken. Fehlt einem Hund Beschäftigung, oder ist er gestresst, kann sich das Belecken zu einer Übersprungshandlung entwickeln, ähnlich wie Nägelkauen beim Menschen. Das Problem: Ein zunächst harmloses Lecken kann die Haut so reizen, dass daraus eine echte Entzündung wird. Verhaltensbedingtes Lecken ist deshalb immer eine Ausschlussdiagnose. Erst wenn Tierarzt oder Tierärztin körperliche Ursachen ausgeschlossen haben, solltest du an Langeweile oder Stress denken und für mehr Bewegung, Kopfarbeit und feste Ruhephasen sorgen.
Anzeichen richtig deuten
Die folgende Tabelle hilft dir, das Lecken deines Hundes einzuordnen. Sie ersetzt keine Diagnose, gibt dir aber einen ersten Anhaltspunkt, worauf du achten kannst.
| Beobachtung | Mögliche Ursache |
|---|---|
| Mehrere Pfoten, Ohren und Bauch betroffen, saisonal oder ganzjährig | Allergie (Umwelt oder Futter) |
| Juckreiz im Spätsommer/Herbst, orangene Pünktchen an den Pfoten | Grasmilben oder andere Parasiten |
| Plötzliches Lecken an nur einer Pfote, evtl. Lahmheit | Fremdkörper, Granne, Verletzung |
| Rote, geschwollene, knotige Haut zwischen den Zehen | Pododermatitis (Zwischenzehenentzündung) |
| Lecken in Ruhephasen, keine sichtbaren Hautveränderungen | Stress, Langeweile (nach Ausschluss körperlicher Ursachen) |
Wann du mit deinem Hund zum Tierarzt solltest
Zum Tierarzt gehörst du, wenn dein Hund ständig oder intensiv leckt oder wenn die Pfote Rötung, Schwellung, eine Wunde, einen unangenehmen Geruch oder eine offene Stelle zeigt. Auch Lahmheit, ständiges Aufwecken durch das Lecken oder ein Lecken, das länger als ein bis zwei Tage anhält, sind Gründe für einen Termin. Je früher die Ursache gefunden wird, desto einfacher lässt sich der Teufelskreis aus Lecken und Entzündung durchbrechen.
Die Kosten für eine Untersuchung richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), die je nach Aufwand einen ein- bis vierfachen Gebührensatz vorsieht. Neben der Allgemeinuntersuchung können je nach Verdacht ein Hautgeschabsel, ein Abklatschpräparat oder eine Ausschlussdiät dazukommen. Wie sich Tierarztkosten über ein Hundeleben summieren können, zeigt unsere Übersicht der Tierarztkosten im ersten Jahr.
Was du zu Hause tun kannst
Solange keine sichtbare Verletzung oder Entzündung vorliegt, kannst du das Lecken zu Hause im Blick behalten und einige Dinge vorbeugend tun. Wichtig: Diese Maßnahmen ersetzen keine tierärztliche Abklärung, wenn die Beschwerden anhalten.
- Pfoten nach jedem Spaziergang mit lauwarmem Wasser abspülen und gut abtrocknen, besonders zwischen den Zehen.
- Das Fell zwischen den Ballen kurz halten, damit sich dort weniger Milben, Grannen und Feuchtigkeit sammeln.
- Krallen regelmäßig kontrollieren und kürzen.
- Den Parasitenschutz prüfen und an die Jahreszeit anpassen.
- Für ausreichend Bewegung und Beschäftigung sorgen, damit Langeweile gar nicht erst zum Thema wird.
Trage keine Hausmittel wie Teebaumöl oder menschliche Salben auf: Vieles davon ist für Hunde reizend oder giftig, und der Hund leckt es ohnehin wieder ab. Ein Belecken lässt sich kurzfristig mit einem Halskragen oder einem leichten Verband bremsen, das löst aber nur das Symptom, nicht die Ursache.
Weil sich Hautprobleme und Verletzungen an der Pfote schnell zu längeren Behandlungen auswachsen können, lohnt sich ein Blick auf die Absicherung. Mit dem Beitragsrechner kannst du in 2 Minuten deinen Beitrag berechnen und siehst, wie sich Tierarzt- und OP-Kosten abfedern lassen.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keinen Tierarztbesuch. Bei anhaltendem Lecken, Schmerzen oder sichtbaren Hautveränderungen lass deinen Hund bitte tierärztlich untersuchen.
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