Pfotenkrankheiten umfassen ein breites Spektrum an gesundheitlichen Problemen, die die Ballen, Krallen, Zehenzwischenräume und die Haut der Hundepfote betreffen. Sie reichen von äußeren Verletzungen durch Fremdkörper oder heißem Asphalt bis hin zu parasitärem Befall, allergischen Reaktionen und tiefgreifenden Entzündungen wie der Pododermatitis. Da die Pfoten das gesamte Körpergewicht tragen und direkten Kontakt zur Umwelt haben, führen diese Erkrankungen oft schnell zu Schmerzen, Juckreiz und Lahmheit. Ein schneller Quick-Check durch dich als Halter ist entscheidend, um chronische Leiden zu verhindern.
Die Pfote als Spiegel der Hundegesundheit
Die Pfoten deines Hundes sind echte Hochleistungsorgane. Sie tragen ihn über Stock und Stein, schützen vor Hitze und Kälte und dienen als Stoßdämpfer. Oft werden Probleme jedoch erst bemerkt, wenn der Hund bereits humpelt oder sich ständig an den Pfoten leckt. Wenn dein Hund plötzlich lahmt, findest du hier weitere Hinweise: Mein Hund humpelt plötzlich – was tun?
Warnsignale an der Hundepfote
Hunde sind Meister darin, Schmerzen zu verbergen. Achte daher besonders auf Verhaltensänderungen, optische Auffälligkeiten und Veränderungen im Gangbild.
Verhaltensänderungen: Vermehrtes Lecken, Beißen und Knabbern
Intensives Belecken der Pfoten ist eines der häufigsten Warnsignale. Es kann Juckreiz lindern, verschlimmert aber langfristig Entzündungen. Häufig steckt eine Allergie dahinter. Mehr dazu erfährst du hier: Juckreiz beim Hund – Ursachen & Hilfe
Optische Veränderungen: Rötungen, Schwellungen, Risse und Abszesse
Rötungen deuten oft auf Entzündungen oder Allergien hin, Schwellungen auf Abszesse, Insektenstiche oder Fremdkörper. Trockene, rissige Ballen können auf eine Hyperkeratose hindeuten.
Das Gangbild: Hund humpelt oder zeigt Schonhaltung
Humpeln ist immer ein Zeichen von Schmerz. Manchmal liegt die Ursache nicht direkt in der Pfote.
Symptom-Checker: Welches Symptom deutet auf welche Krankheit?
Die Beobachtung von Haupt- und Begleitsymptomen hilft, die Ursache besser einzugrenzen. Diese Übersicht ersetzt jedoch keine tierärztliche Diagnose.
| Hauptsymptom | Mögliche Begleitsymptome | Verdächtige Ursache | Dringlichkeit |
|---|---|---|---|
| Plötzliches Humpeln | Jaulen, Pfote hochhalten, Blutung | Schnittwunde, Fremdkörper, Stich | Hoch (sofort prüfen) |
| Ständiges Lecken | Rötung zwischen den Zehen, braune Verfärbung des Fells | Allergie, Milben, Pilzinfektion | Mittel (beobachten & behandeln) |
| Orangefarbene Pünktchen | Starker Juckreiz, Krusten | Grasmilbenbefall | Mittel |
| Schwellung / Eiter | Wärme, Fieber, Mattigkeit | Abszess, tiefe Entzündung | Hoch (Tierarzt) |
| Anlaufschmerz | Steifheit nach dem Aufstehen, bessert sich bei Bewegung | Arthrose, Gelenkprobleme | Mittel bis langfristig |
| Trockene, rissige Ballen | Lecken, leichte Lahmheit | Hyperkeratose, Streusalz-Reizung | Niedrig (Pflege nötig) |

Ursachen für Pfotenschmerzen im Detail
Verletzungen und Fremdkörper: Schnittwunden, Dornen und Grannen
Besonders gefährlich sind Grannen, da sie sich tief ins Gewebe bohren können. Wie du Grannen erkennst und was du tun kannst, liest du hier: Grannen beim Hund – Symptome & Schutz
Parasitärer Befall: Grasmilben erkennen und behandeln
Kleine orangefarbene Punkte zwischen den Zehen deuten häufig auf Grasmilben hin. Hilfe findest du in diesem Ratgeber: Was hilft gegen Grasmilben beim Hund?
Allergien und Pilzinfektionen als Ursache
Pfotenprobleme sind oft Teil einer systemischen Allergie. Sekundäre Pilzinfektionen sind keine Seltenheit.
Entzündungen: Pododermatitis und Zwischenzehenekzeme
Eine Pododermatitis ist eine schmerzhafte Entzündung der Pfotenhaut. Sie erfordert in den meisten Fällen eine tierärztliche Behandlung.
Spezialfall Lahmheit: Vorderbein oder Hinterbein?
Nicht jede Lahmheit entsteht an der Pfote. Gelenkerkrankungen wie Arthrose können ebenfalls Schmerzen verursachen.
Richtig handeln im Ernstfall
Wenn du eine Verletzung entdeckt hast, solltest du ruhig bleiben und strukturiert vorgehen.
Erste Hilfe: Pfote reinigen und Verband anlegen
Reinige die Pfote mit lauwarmem Wasser oder einer milden Desinfektionslösung und lege bei Bedarf einen Pfotenverband an.
Schmerzmanagement: Wann sind Schmerzmittel sinnvoll?
Gib deinem Hund niemals menschliche Schmerzmittel. Welche Alternativen es gibt, erfährst du hier: Schmerzmittel für Hunde – Dosierung & Risiken
Wann Hausmittel reichen – und wann der Tierarzt nötig ist
Bei tiefen Wunden, eitrigen Entzündungen oder anhaltender Lahmheit solltest du immer einen Tierarzt aufsuchen.
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Pfotenpflege je nach Jahreszeit
Sommer: Schutz vor heißem Asphalt und Grannen
Verlege Spaziergänge in die kühleren Tageszeiten und kontrolliere die Pfoten nach jedem Spaziergang.
Winter: Schutz vor Streusalz und Eis
Pfoten sollten nach dem Spaziergang abgespült und regelmäßig gepflegt werden.
Fazit: Pfotenkrankheiten früh erkennen und handeln
Regelmäßige Kontrolle, schnelle Reaktion auf Warnsignale und eine gute Pfotenpflege helfen, deinem Hund Schmerzen zu ersparen und seine Mobilität langfristig zu erhalten.





