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Die Standarddosis von Rimadyl liegt beim Hund bei 4 mg Carprofen je Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Ein 20 kg schwerer Hund bekommt also 80 mg täglich, laut Fachinformation der Rimadyl Kautabletten als eine Gabe pro Tag. Nach etwa sieben Tagen kann die Tierärztin die Dosis je nach Verlauf auf 2 mg je Kilogramm senken. Die genaue Menge, die Tablettenstärke und die Behandlungsdauer legt immer die Tierarztpraxis fest, denn Carprofen ist verschreibungspflichtig und nicht für die Selbstbehandlung gedacht.
Das Wichtigste in Kürze
- Standarddosis: 4 mg Carprofen je kg Körpergewicht pro Tag, bei den Kautabletten einmal täglich.
- Aufteilen erlaubt: Die Tagesdosis darf laut Gebrauchsinformation auch auf zwei gleich große Gaben verteilt werden.
- Reduktion möglich: Nach sieben Tagen kann die Dosis auf 2 mg je kg und Tag herabgesetzt werden, wenn der Hund gut anspricht.
- Nie kombinieren: Kein Kortison und kein zweites Schmerzmittel parallel, auch nicht kurz davor oder danach.
- Warnsignale: Schwarzer Kot, Erbrechen, Appetitverlust, Trinkverhalten verändert: Behandlung abbrechen und sofort die Praxis anrufen.
Rimadyl Dosierung beim Hund: 4 mg pro Kilogramm und Tag
Beim Hund beträgt die zugelassene Dosis 4,0 mg Carprofen je Kilogramm Körpergewicht, bei den Rimadyl Kautabletten einmal täglich verabreicht. Die Fachinformation ist an dieser Stelle sehr deutlich: Die angegebene Dosierung darf nicht erhöht werden. Mehr Schmerzmittel bedeutet bei einem NSAID nicht mehr Wirkung, sondern vor allem mehr Risiko für Magen, Darm, Nieren und Leber.
Die Gebrauchsinformation verwandter Carprofen-Tabletten, etwa die von Rimifin, nennt einen Rahmen von 2 bis 4 mg je Kilogramm und Tag. Die Anfangsdosis von 4 mg je Kilogramm kann demnach einmalig oder aufgeteilt auf zwei gleich große Dosen gegeben werden. Für einen Hund mit empfindlichem Magen ist die Aufteilung oft angenehmer, weil die Einzelmenge kleiner ausfällt.
So sieht die Rechnung in der Praxis aus. Die Tabelle zeigt nur, wie sich die Tagesmenge aus dem Gewicht ergibt, sie ersetzt keine Verordnung:
| Gewicht deines Hundes | Tagesdosis bei 4 mg/kg | Reduzierte Dosis bei 2 mg/kg |
|---|---|---|
| 5 kg | 20 mg | 10 mg |
| 10 kg | 40 mg | 20 mg |
| 20 kg | 80 mg | 40 mg |
| 30 kg | 120 mg | 60 mg |
| 40 kg | 160 mg | 80 mg |
Rimadyl Kautabletten gibt es in mehreren Wirkstoffstärken, die Fachinformation der 100-mg-Kautablette ist oben verlinkt. Welche Stärke zu deinem Hund passt und ob eine Tablette geteilt werden darf, entscheidet die Tierarztpraxis. Wiege deinen Hund vor Behandlungsbeginn und melde deutliche Gewichtsveränderungen, denn die Dosis hängt direkt am Kilogramm.
Wann die Dosis nach sieben Tagen gesenkt wird
Die Reduktion von 4 auf 2 mg je Kilogramm ist kein Automatismus, sondern hängt vom klinischen Verlauf ab. Läuft dein Hund nach einer Woche deutlich besser, wird oft auf die niedrigere Erhaltungsdosis umgestellt, um die Belastung für den Organismus über die Zeit klein zu halten. Die Behandlungsdauer richtet sich laut Fachinformation nach dem Krankheitsverlauf, eine Langzeitbehandlung soll nur unter tierärztlicher Kontrolle laufen.
Wofür Rimadyl beim Hund eingesetzt wird
Rimadyl ist beim Hund für Entzündungs- und Schmerzzustände bei akuten und chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates zugelassen, klassisch bei Arthrose und ihren Folgen für die Gelenke. Der zweite große Einsatzbereich ist die Weiterbehandlung postoperativer Schmerzen, nachdem in der Klinik bereits eine Injektion gegeben wurde.
Deshalb begegnet dir das Präparat häufig nach orthopädischen Eingriffen, etwa in der Nachsorge nach einem Kreuzbandriss beim Hund und der dazugehörigen OP. Laut der Fachinformation der Injektionslösung, die das CliniPharm-Portal der Universität Zürich bereitstellt, reicht eine Injektion während der Operationsphase für etwa 24 Stunden, danach übernehmen die Tabletten.
Wie sich Carprofen gegenüber anderen Wirkstoffen einordnet, liest du kompakt in unserem Überblick zu Schmerzmitteln für Hunde und ihren Risiken.
Wie wirkt Carprofen im Körper deines Hundes?
Carprofen ist ein nichtsteroidales Antiphlogistikum, kurz NSAID, aus der Gruppe der 2-Arylpropionsäuren. Es hemmt die Cyclooxygenase und damit die Bildung von Prostaglandinen, also genau der Botenstoffe, die Entzündung, Schmerz und Fieber antreiben.
Genau daraus entsteht auch das Risikoprofil: Prostaglandine schützen nebenbei die Magenschleimhaut und steuern die Durchblutung der Niere. Wird ihre Bildung gebremst, sinkt der Schmerz, aber die Schutzfunktion sinkt mit. Carprofen hat außerdem eine sehr hohe Plasma-Eiweißbindung von 99 Prozent, weshalb es nicht mit anderen stark eiweißgebundenen Wirkstoffen kombiniert werden soll. Die Halbwertszeit liegt beim Hund im Mittel bei etwa acht Stunden, ausgeschieden wird der Wirkstoff überwiegend über die Galle mit dem Kot.
Nebenwirkungen und Leberwerte: worauf du achten musst
Die typischen Nebenwirkungen treten laut Fachinformation meist in der ersten Behandlungswoche auf und sind in der Regel vorübergehend. Genannt werden Erbrechen, weicher Kot oder Durchfall, okkultes Blut im Kot mit erkennbarer Schwarzfärbung, Appetitverlust, Lethargie sowie Nierenfunktionsstörungen mit gesteigertem Durst und verändertem Harnvolumen. In sehr seltenen Fällen können sie schwer oder sogar tödlich verlaufen.
Zum Thema Leber ist die Formulierung im Beipackzettel eindeutig: Ein Anstieg der Leberwerte ist möglich, in sehr seltenen Fällen kommt es zu Leberschädigungen und Leberfunktionsstörungen. Deshalb ist eine Blutkontrolle vor und während einer längeren Therapie sinnvoll. Was dabei überhaupt gemessen wird und wie du die Zahlen einordnest, erklären wir in unserem Ratgeber zur Blutuntersuchung beim Hund und ihren Werten.
Bemerkst du eines dieser Zeichen, gilt: Behandlung unterbrechen und die Praxis anrufen, nicht abwarten und nicht auf eigene Faust weiterdosieren.
Wann Rimadyl nicht gegeben werden darf
Es gibt klare Gegenanzeigen, die im Beipackzettel stehen und die du kennen solltest, bevor die erste Tablette im Napf landet. Rimadyl darf nicht angewendet werden bei:
- schwerer Herz-, Leber- oder Nierenerkrankung,
- Verdacht auf Magen-Darm-Geschwüre oder erhöhter Blutungsneigung,
- bekannter Überempfindlichkeit gegen Carprofen oder andere NSAIDs,
- dehydrierten, hypovolämischen oder hypotonischen Tieren,
- trächtigen und säugenden Hündinnen.
Zusätzlich gilt: nicht unmittelbar nach einer Vorbehandlung mit anderen steroidalen oder nichtsteroidalen Entzündungshemmern und keine Kombination mit Kortison oder einem zweiten NSAID. Zwischen zwei verschiedenen Schmerzmitteln muss eine behandlungsfreie Pause liegen, sonst verstärken sich die Nebenwirkungen. Bei Hunden, die jünger als sechs Wochen sind, und bei sehr alten Tieren kann die Anwendung erhöhte Risiken haben, hier wird die Dosis gegebenenfalls verringert und der Hund engmaschig überwacht.
Rimadyl, Metacam oder Novalgin: der Unterschied
Rimadyl und Metacam sind beide NSAIDs und decken ähnliche Einsatzgebiete ab, sie unterscheiden sich aber in Wirkstoff und Dosierung deutlich. Novalgin beziehungsweise Novaminsulfon gehört dagegen gar nicht in diese Gruppe.
| Präparat | Wirkstoff | Gruppe | Dosierung laut Fachinformation |
|---|---|---|---|
| Rimadyl | Carprofen | NSAID | 4 mg/kg pro Tag, Kautabletten einmal täglich |
| Metacam | Meloxicam | NSAID | 0,2 mg/kg am ersten Tag, danach 0,1 mg/kg täglich |
| Novalgin | Metamizol | Pyrazolon, kein NSAID | legt die Tierarztpraxis fest, je nach Präparat und Applikation |
Die Dosierungsangabe für Meloxicam stammt aus der europäischen Zulassungsinformation zu Metacam, die Details dazu findest du bei uns unter Metacam Dosierung beim Hund. Metamizol wird im europäischen Arzneimittelregister als Analgetikum aus der Pyrazolon-Gruppe geführt, es wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und krampflösend, hemmt die Entzündung aber kaum. Wie das in der Praxis aussieht, liest du in unserem Beitrag zu Novaminsulfon beim Hund.
Welcher Wirkstoff passt, ist keine Geschmacksfrage: Bei einer entzündeten Gelenkkapsel ist die entzündungshemmende Komponente entscheidend, bei kolikartigen Bauchschmerzen die krampflösende. Genau deshalb wird umgestellt und nicht kombiniert.
Kautabletten schmecken nach Leber: die unterschätzte Gefahr
Rimadyl Kautabletten enthalten Schweineleber als Geschmackskomponente, die meisten Hunde nehmen sie freiwillig wie ein Leckerli. Genau davor warnt die Fachinformation ausdrücklich: Wegen der guten Schmackhaftigkeit müssen die Tabletten an einem für Tiere sicheren Ort aufbewahrt werden. Frisst dein Hund mehr Tabletten als verordnet, kann es zu schweren Nebenwirkungen kommen.
Ein spezifisches Gegenmittel gibt es nicht, behandelt werden kann nur symptomatisch. Die Packung gehört deshalb in den Schrank und nicht auf die Fensterbank. Passiert es doch, ist das ein Notfall: sofort in die Praxis oder in die Tierklinik, mit der Packung in der Hand.
Eine vergessene Gabe holst du übrigens nicht durch eine doppelte Dosis auf. Gib die nächste Tablette zum regulären Zeitpunkt und notiere dir den Ausfall für die nächste Kontrolle.
Was die Behandlung kostet
Die Kosten einer Schmerztherapie setzen sich aus dem Medikament und den tierärztlichen Leistungen zusammen, also Untersuchung, Beratung und je nach Fall Blutkontrolle. Die Leistungen rechnet die Praxis nach der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte ab, die einen Rahmen vom einfachen bis zum dreifachen Gebührensatz vorsieht. Wie hoch der Satz ausfällt, hängt vom Aufwand des Einzelfalls ab, etwa bei einem unruhigen Patienten oder außerhalb der regulären Sprechzeiten.
Bei chronischen Gelenkerkrankungen summiert sich das über die Jahre, weil Kontrollen, Blutbilder und Folgerezepte regelmäßig anfallen. Wenn du wissen willst, was eine Absicherung für deinen Hund kosten würde: Über unseren Beitragsrechner berechnest du den Beitrag in rund zwei Minuten, ohne Angaben zur Zahlungsweise.
Fazit
Die Rimadyl-Dosierung beim Hund folgt einer einfachen Regel: 4 mg Carprofen je Kilogramm Körpergewicht pro Tag, bei den Kautabletten in einer Gabe, nach einer Woche gegebenenfalls halbiert auf 2 mg je Kilogramm. Alles Weitere, also Stärke, Dauer und Blutkontrollen, gehört in tierärztliche Hand. Beobachte deinen Hund in der ersten Woche besonders genau und melde jede Veränderung bei Kot, Appetit oder Trinkverhalten.
Dieser Artikel ersetzt keinen Tierarztbesuch. Er dient der Orientierung, die Diagnose und die Verordnung von Medikamenten gehören immer in die Hände einer Tierärztin oder eines Tierarztes.
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