Du kennst deinen Hund am besten. Wenn deine Hündin plötzlich viel mehr trinkt als sonst, total schlapp wirkt und sich „einfach komisch“ verhält, sollten bei dir die Alarmglocken schrillen.
Eine Gebärmutterentzündung (Fachbegriff: Pyometra) ist einer der häufigsten und gefährlichsten Notfälle bei unkastrierten Hündinnen. Hier erfährst du einfach erklärt, worauf du achten musst und warum du keine Zeit verlieren darfst.
Was ist eine Gebärmutterentzündung beim Hund eigentlich?
Der Begriff kommt aus dem Griechischen: Pyo heißt Eiter und Metra heißt Gebärmutter. Es ist also genau das: Die Gebärmutter füllt sich mit Eiter. Das passiert meistens älteren Hündinnen, und zwar oft 4 bis 8 Wochen nach ihrer Läufigkeit. Wenn man das nicht behandelt, vergiften die Bakterien den Körper (Blutvergiftung) – das ist lebensgefährlich.
Die zwei Formen: Eine sieht man, die andere nicht
Es ist extrem wichtig, den Unterschied zu kennen:
- Die offene Pyometra: Der Zugang zur Gebärmutter ist offen. Der Eiter kann nach draußen abfließen. Du siehst dann eitrigen, schleimigen oder blutigen Ausfluss hinten bei deiner Hündin. Das ist eklig, aber gut, weil du es sofort bemerkst.
- Die geschlossene Pyometra (Die heimliche Gefahr): Hier ist der Zugang fest verschlossen. Der Eiter sammelt sich drinnen an, kann aber nicht raus.
- Das Problem: Du siehst keinen Ausfluss! Die Hündin wirkt nur krank und bekommt vielleicht einen dickeren Bauch.
- Die Gefahr: Die Gebärmutter füllt sich wie ein Ballon. Wenn sie platzt, läuft der Eiter in den Bauchraum. Das ist ein absoluter Notfall.
Symptome: Die Notfall-Checkliste
Achte genau auf diese Zeichen, besonders wenn die letzte Läufigkeit ein paar Wochen her ist:
ALARM-ZEICHEN (Sofort zum Arzt):
- Extremer Durst: Deine Hündin trinkt riesige Mengen Wasser, der Napf ist ständig leer.
- Viel Pinkeln: Sie muss ständig raus oder macht sogar in die Wohnung.
- Schlappheit: Sie will nicht spazieren, liegt nur herum und wirkt traurig.
Weitere Anzeichen:
- Futterverweigerung: Sie will nichts fressen.
- Dicker, harter Bauch: Sie hat Schmerzen, wenn man den Bauch anfasst.
- Temperatur: Viele Hündinnen haben Fieber (über 39,0 °C).
- Wichtig: Manche Hunde bekommen im späten Stadium auch Untertemperatur (sie fühlen sich kalt an, unter 37,5 °C). Wenn deine Hündin kein Fieber hat, heißt das also nicht, dass alles okay ist!
Warum passiert das?
Kurz erklärt: Nach der Läufigkeit bereitet sich der Körper auf Babys vor. Die Schleimhaut in der Gebärmutter wird dicker. Wenn keine Babys kommen, ist das ein perfektes „Nest“ für Bakterien. Hinweis: Wenn deine Hündin Spritzen bekommen hat, um die Läufigkeit zu unterdrücken, ist das Risiko für diese Krankheit viel höher.
Was macht der Tierarzt?
Wenn du den Verdacht hast, macht der Tierarzt meistens einen Ultraschall. Da kann er sofort auf dem Bildschirm sehen, ob die Gebärmutter mit Eiter gefüllt ist. Das tut dem Hund nicht weh und bringt sofort Klarheit.
Die Behandlung: OP oder Medikamente?
Hier gibt es eigentlich nur einen sicheren Weg: Die Operation.
- Die OP (Kastration): Die vereiterte Gebärmutter und die Eierstöcke werden komplett entfernt. Damit ist der Entzündungsherd weg und deine Hündin kann nie wieder eine Pyometra bekommen. Das rettet ihr Leben.
- Medikamente: Das wird nur in ganz seltenen Ausnahmen gemacht (z. B. bei Zuchthündinnen). Das Problem: Bei der nächsten Läufigkeit kommt die Entzündung fast immer wieder zurück. Man schiebt die nötige OP also nur auf, während der Hund älter wird.
Was kostet das? (Wichtig!)
Eine solche Not-OP ist aufwendig und teurer als eine normale Kastration. Seit die Tierarzt-Gebühren (GOT) Ende 2022 erhöht wurden, sind die Preise gestiegen.
- Normaler Tag: Rechne mit 1.000 € bis 2.000 €.
- Notdienst (Nachts/Wochenende): Hier können schnell 2.500 € bis 4.000 € fällig werden, weil Notdienstgebühren dazu kommen.
Eine OP-Versicherung oder Krankenversicherung für den Hund übernimmt diese Kosten in der Regel, da der Eingriff medizinisch notwendig ist.
Das Fazit
Eine Gebärmutterentzündung ist tückisch. Aber wenn du weißt, worauf du achten musst, kannst du Leben retten.
Die goldene Regel: Wenn deine Hündin ein paar Wochen nach der Läufigkeit plötzlich viel trinkt und sehr schlapp ist → Fahr sofort zum Tierarzt!
Warte nicht bis morgen und nicht bis Montag. Lieber fährst du einmal umsonst hin, als dass du zu spät kommst.





