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Hundegesundheit

Läufigkeit der Hündin: Dauer, Anzeichen und was du beachten musst

6 Min. LesezeitAktualisiert: 27. Juli 2026
Läufigkeit der Hündin: Dauer, Anzeichen und was du beachten musst
Inhaltsverzeichnis

Eine Hündin ist im Schnitt etwa zweimal im Jahr läufig. Das durchschnittliche Intervall liegt bei 6 bis 7 Monaten. Eine einzelne Läufigkeit dauert rund drei Wochen und teilt sich in eine Vorbrunst mit blutigem Ausfluss und die eigentliche Brunst, in der die Hündin deckbereit ist. Woran du die Phasen erkennst, wie du im Alltag damit umgehst und wann ein Tierarztbesuch nötig wird, erfährst du hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die erste Läufigkeit tritt meist zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat auf. Kleine Rassen werden früher geschlechtsreif als große.
  • Das durchschnittliche Läufigkeitsintervall beträgt 6 bis 7 Monate (Schwankungsbreite 4 bis 12 Monate); die Abstände bleiben bei jeder Hündin meist konstant.
  • Eine Läufigkeit dauert im Durchschnitt rund drei Wochen und gliedert sich in vier Zyklusphasen: Proöstrus, Östrus, Metöstrus und Anöstrus.
  • Deckbereit ist die Hündin nur im Östrus, meist zwischen dem 10. und 15. Tag nach den ersten Blutstropfen.
  • Übelriechender oder wochenlang anhaltender Ausfluss, Mattigkeit oder starker Durst sind Warnzeichen und gehören zum Tierarzt.

Was ist die Läufigkeit, und wann wird eine Hündin zum ersten Mal läufig?

Als Läufigkeit bezeichnet man die fruchtbare Phase im Sexualzyklus der Hündin, in der sie gedeckt werden und trächtig werden kann. Mit dem Erreichen der Geschlechtsreife wird eine Hündin zum ersten Mal läufig, laut der Kleintierpraxis Heidi Kloss in der Regel im Alter von 6 bis 12 Monaten.

Der genaue Zeitpunkt hängt stark von der Rasse ab: Kleine Hunde werden früher geschlechtsreif als große Rassen und sind entsprechend früher zum ersten Mal läufig. Bei manchen großwüchsigen Hündinnen lässt die erste Läufigkeit dagegen bis über den ersten Geburtstag hinaus auf sich warten. Das ist normal und noch kein Grund zur Sorge.

Wie oft und wie lange ist eine Hündin läufig?

Die meisten Hündinnen werden etwa alle sechs bis sieben Monate läufig, also rund zweimal im Jahr. Die Hündin hat einen sogenannten asaisonalen, monoöstrischen Zyklus. Die Läufigkeit ist also nicht an eine Jahreszeit gebunden. Das durchschnittliche Läufigkeitsintervall beträgt laut DocCheck Flexikon 6 bis 7 Monate, mit einer normalen Schwankungsbreite zwischen 4 und 12 Monaten.

Wie oft eine bestimmte Hündin läufig wird, ist rasse- und individuell verschieden: Kurze Intervalle finden sich eher bei kleinen Rassen und beim Deutschen Schäferhund, während Rassen wie der Basenji nur einmal im Jahr läufig werden. Bei der einzelnen Hündin bleiben die Abstände zwischen den Läufigkeiten aber meist über die Jahre konstant. Eine Läufigkeit dauert im Durchschnitt etwa drei Wochen, wobei die einzelnen Phasen unterschiedlich lang sind.

Übrigens: Bei Hündinnen gibt es keine Wechseljahre. Im Alter können die Intervalle zwar länger werden (manche ältere Hündin wird nur noch einmal jährlich und mit schwächeren Symptomen läufig), ganz aufhören tut der Zyklus aber nicht.

Die vier Phasen des Zyklus

Der Sexualzyklus der Hündin gliedert sich in vier Phasen: Proöstrus (Vorbrunst), Östrus (Brunst), Metöstrus (Nachbrunst) und Anöstrus (Ruhephase). Nur die ersten beiden zählen im Alltag zur eigentlichen „Läufigkeit" mit sichtbaren Anzeichen.

PhaseDauer (Durchschnitt)Was passiert
Proöstrus (Vorbrunst)ca. 9 bis 10 TageScham schwillt an, blutiger Ausfluss; Hündin ist für Rüden attraktiv, lässt sich aber noch nicht decken.
Östrus (Brunst)ca. 9 bis 10 TageDeckbereitschaft (Stehhitze), Ausfluss wird heller/fleischwasserähnlich, Eisprung um den 2. bis 4. Brunsttag.
Metöstrus (Nachbrunst)9 bis 12 WochenPhase nach der Brunst; hier kann eine Scheinträchtigkeit auftreten.
Anöstrus (Ruhephase)variabelKeine äußeren Anzeichen, hormonelle Ruhe bis zur nächsten Läufigkeit.

Im Proöstrus schwillt die Vulva deutlich an und es tritt blutiger Scheidenausfluss auf. Die Menge ist von Hündin zu Hündin sehr unterschiedlich: Bei der einen findet sich kaum ein Tropfen, die andere blutet sichtbar. Schon jetzt sind Hündinnen für Rüden interessant, lassen sich aber in der Regel noch nicht decken.

Im anschließenden Östrus wird es dann „gefährlich": Der Ausfluss wird heller und fleischwasserähnlich, und die Hündin zeigt Deckbereitschaft. Ein typisches Zeichen ist der Duldungsreflex: Bei Berührung der hinteren Rückenpartie hält sie die Rute zur Seite. Der Eisprung findet meist am 2. bis 4. Tag der Brunst statt; am wahrscheinlichsten lässt sich die Hündin zwischen dem 10. und 15. Tag nach den ersten Blutstropfen decken.

Woran erkennst du die Läufigkeit? Die wichtigsten Anzeichen

Die Läufigkeit erkennst du vor allem an der angeschwollenen Scham und blutigem bis fleischwasserfarbenem Ausfluss. Dazu kommen oft Verhaltensänderungen. Typische Anzeichen sind:

  • angeschwollene Vulva und blutiger Scheidenausfluss (später heller werdend)
  • häufigeres Lecken im Genitalbereich und vermehrtes Urinieren, oft zum Markieren
  • gesteigertes Interesse von Rüden an deiner Hündin
  • verändertes Verhalten: mal anhänglicher, mal unruhiger oder abgelenkter als sonst
  • gegen Ende der Vorbrunst: die Hündin weicht Rüden nicht mehr aus, sondern lässt sich beschnuppern

Nicht jede Hündin zeigt alle Anzeichen gleich stark. Manche halten sich durch ständiges Lecken so sauber, dass die Blutung kaum auffällt. Ein plötzlich verstärktes Interesse fremder Rüden kann dann der erste Hinweis sein.

Was du während der Läufigkeit beachten solltest

Während der Läufigkeit gilt vor allem eins: ungewollte Deckakte vermeiden. Halte deine Hündin, besonders im Östrus, an der Leine und meide Orte, an denen viele freilaufende Rüden unterwegs sind. Ein Rüde kann eine deckbereite Hündin über große Distanzen wittern.

Für die Hygiene zu Hause helfen abwaschbare Decken oder spezielle Schutzhöschen, falls deine Hündin stark blutet. Zwingen solltest du sie zu nichts: Viele Hündinnen sind in dieser Zeit anhänglicher oder empfindlicher, andere wollen einfach ihre Ruhe. Kürzere, ruhigere Spaziergänge sind oft angenehmer als ausgedehnte Touren mit vielen Hundebegegnungen.

Von einer hormonellen Unterdrückung der Läufigkeit per Spritze oder Tablette raten Tierärzte ab. Sie sollte nur im äußersten Notfall zum Einsatz kommen. Mit jeder Hormonanwendung steigt das Risiko für hormonell bedingte Erkrankungen der Gebärmutter und für Gesäugetumoren. Verläuft der Zyklus problemlos, gibt es zunächst keinen Grund für eine Kastration; wer über den Eingriff nachdenkt, findet in unserem Ratgeber zu den Kosten einer Kastration bei der Hündin einen Überblick.

Scheinträchtigkeit: Was nach der Läufigkeit passieren kann

Etwa 6 bis 10 Wochen nach dem Ende der Läufigkeit kann eine Scheinträchtigkeit auftreten, auch bei Hündinnen, die gar nicht gedeckt wurden. Der Körper verhält sich hormonell so, als wäre die Hündin trächtig. Manche Hündinnen sammeln „Ersatzkinder" wie Socken oder Spielzeug um sich, bewachen diese, fiepen, fressen weniger oder bilden sogar Milch.

Eine leichte Scheinträchtigkeit klingt oft von selbst wieder ab. Ist sie stark ausgeprägt oder wiederholt sie sich regelmäßig, solltest du sie tierärztlich abklären lassen, auch weil wiederholte Scheinträchtigkeiten das Risiko für Gesäugetumoren erhöhen können. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zu Ursachen und Symptomen der Scheinträchtigkeit.

Wann du mit der Hündin zum Tierarzt solltest

Solange die Läufigkeit im gewohnten Rahmen abläuft, ist sie ein völlig normaler Vorgang und kein Krankheitsfall. Wichtig ist, dass du deine Hündin beobachtest und Abweichungen ernst nimmst. Stelle deine Hündin dem Tierarzt vor, wenn du eines dieser Zeichen bemerkst:

  • sehr lang andauernde oder auffällig unregelmäßige Läufigkeiten
  • stark veränderter, eitriger oder übelriechender Ausfluss
  • Ausfluss, der erst einige Wochen nach der Läufigkeit auftritt
  • zusätzliche Symptome wie Mattigkeit, Fressunlust oder auffällig starker Durst

Diese Anzeichen können auf eine Gebärmuttervereiterung (Pyometra) hindeuten, einen echten Notfall, bei dem die Gebärmutter oft so schnell wie möglich operativ entfernt werden muss. Welche Symptome typisch sind und wie die Behandlung abläuft, erklären wir im Ratgeber zur Gebärmutterentzündung (Pyometra) beim Hund. Je früher du reagierst, desto besser sind die Chancen.

Läufigkeit, Deckung und Kosten im Blick behalten

Eine unkomplizierte Läufigkeit kostet dich nichts außer etwas Aufmerksamkeit. Anders sieht es aus, wenn eine Gebärmuttervereiterung operiert werden muss oder aus einem ungeplanten Deckakt ein Wurf entsteht: Dann können schnell hohe Tierarztkosten entstehen, die sich nach dem Aufwand und dem GOT-Satz (Gebührenordnung für Tierärzte) richten. Was im ersten Lebensjahr eines Hundes alles zusammenkommen kann, zeigt unsere Checkliste zu den Tierarztkosten im ersten Jahr.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keinen Tierarztbesuch. Wenn du bei deiner Hündin ungewöhnliche Symptome bemerkst, lass sie bitte tierärztlich untersuchen.

Passend dazu: Baldrian für Hunde: Wirkung, Grenzen und die richtige Dosierung

Häufige Fragen

Die meisten Hündinnen werden etwa alle sechs bis sieben Monate läufig, also rund zweimal im Jahr. Die Schwankungsbreite reicht von 4 bis 12 Monaten. Große Rassen wie der Basenji werden teils nur einmal jährlich läufig, kleine Rassen und der Deutsche Schäferhund oft in kürzeren Abständen.

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