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Sind rassebedingte Krankheiten mitversichert?

Die kurze Antwort

Ja, typische Rassekrankheiten wie Hüft- und Ellbogendysplasie oder Patellaluxation sind bei der Barmenia grundsätzlich mitversichert, wenn sie erst nach Versicherungsbeginn auftreten und die Wartezeit abgelaufen ist. Diese beträgt bei den drei genannten Erkrankungen 18 Monate, im Premium Plus Tarif 6 Monate. Ausgeschlossen sind unter anderem das brachycephale Syndrom (Atemwegsprobleme bei Möpsen und Bulldoggen) und bereits angeratene Operationen.

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Viele Rassen haben typische gesundheitliche Probleme – zum Beispiel Hüftgelenksdysplasie beim Schäferhund, Herzprobleme beim Cavalier King Charles Spaniel oder Atemwegserkrankungen bei kurzköpfigen Rassen wie Mops und Bulldogge. Deshalb fragen viele Hundebesitzer: Zahlt die Barmenia Versicherung auch bei rassebedingten Krankheiten?

Versicherungsschutz für rassebedingte Krankheiten bei der Barmenia

Bei der Barmenia sind rassebedingte und erblich bedingte Erkrankungen grundsätzlich mitversichert. Das bedeutet: Wenn die Symptome einer typischen Rassekrankheit erst nach Ablauf der Wartezeit auftreten, übernimmt die Versicherung die Kosten für Operationen, in Basis, Top und Premium im Rahmen der Jahresbudgets auch für ambulante Behandlungen.

Wichtige Voraussetzungen:

  • Dein Hund darf zum Zeitpunkt des Versicherungsabschlusses nicht chronisch krank sein.
  • Bereits angeratene oder geplante Operationen sind ausgeschlossen.
  • Auch bestimmte Vorerkrankungen wie Epilepsie, Diabetes oder Tumore sind nicht abgedeckt.

Typische Beispiele für versicherte Erkrankungen

  • Hüft- oder Ellbogendysplasie (HD/ED) bei Schäferhunden oder Retrievern
  • Patellaluxation (Kniescheibenluxation, häufig bei kleinen Rassen)
  • Herzprobleme beim Cavalier King Charles Spaniel
  • Augenerkrankungen bei Möpsen oder französischen Bulldoggen
  • Bandscheibenvorfälle bei Dackeln

All diese Krankheitsbilder sind abgesichert, solange sie nicht bereits vor Versicherungsbeginn bestanden haben und Symptome oder Diagnose nicht schon in der Wartezeit vorlagen. Ambulante Behandlungen, etwa dauerhafte Medikamente, zahlen nur Basis, Top und Premium im Rahmen ihres Jahresbudgets, der OP-Schutz zahlt nur Operationen.

Wie häufig sind rassetypische Erkrankungen?

Für Deutschland gibt es dazu keine belastbaren Zahlen. Gut belegt sind Studien aus Schweden und Großbritannien. Sie zeigen, wie stark das Risiko je nach Rasse schwankt:

ErkrankungHäufigkeitStudie
Hüftdysplasie (Grad C bis E), alle untersuchten Rassen19,8 %Engdahl u. a. 2026, Schweden, Röntgen-Screening von 114.568 Hunden
Hüftdysplasie beim Deutschen Schäferhund und beim Labrador25,6 % und 16,2 %dieselbe Studie
Kreuzbandriss beim Rottweiler im Vergleich zu anderen Hundenrund 3,7-mal so häufigPegram u. a. 2023, Großbritannien, Tierarztpraxen (Odds Ratio 3,66)
Bandscheibenvorfall beim Standard-Kurzhaardackel24,4 %Packer u. a. 2016, Großbritannien, Befragung von Dackelhaltern
Gebärmuttervereiterung (Pyometra) bei Hündinnen bis 10 Jahre23 bis 24 %Egenvall u. a. 2001, Schweden, Versicherungsdaten

Hüftdysplasie Grad C ist eine leichte Form, die oft nur im Röntgenbild auffällt. Die Zahlen zeigen deshalb, wie häufig eine Erkrankung vorkommt, nicht, wie viele Hunde behandelt werden müssen.

Ausnahmen & Einschränkungen

Nicht alle Eingriffe rund um rassetypische Probleme sind versichert:

  • Operationen zur Herstellung des Rassestandards (z. B. Ruten-, Ohren- oder Augenlidkorrekturen aus optischen Gründen) sind ausgeschlossen.
  • Brachycephales Syndrom (Atemwegsprobleme bei Möpsen und Bulldoggen) ist immer ausgeschlossen – inklusive aller damit verbundenen Operationen.
  • Scheinträchtigkeit sowie Kryptorchismus (Hodenhochstand) sind ausgeschlossen.

Wartezeiten

Für viele rassebedingte Erkrankungen gelten besondere Wartezeiten:

  • 18 Monate für Hüft- und Ellbogendysplasie sowie Patellaluxation.
  • Im Premium Plus Tarif verkürzt sich diese Wartezeit auf 6 Monate.
  • Für die übrigen Erkrankungen gilt die allgemeine Wartezeit von 30 Tagen; Ausnahmen sind Ektropium und Radius curvus (18 Monate) sowie Entropium und Nabelbruch (6 Monate).

Fazit

Rassebedingte Krankheiten sind bei der Barmenia in der Regel mitversichert. Wichtig ist, dass Symptome und Diagnose erst nach Versicherungsbeginn und nach Ablauf der jeweiligen Wartezeit auftreten. Für Hunde mit bekannten Rassedispositionen (z. B. HD, Patellaluxation oder Herzprobleme) verkürzt der Premium Plus Tarif die besonderen Wartezeiten bei HD, ED und Patellaluxation von 18 auf 6 Monate.

Lies dazu auch unseren Ratgeber Ausschlüsse

Passend dazu: Listenhunde NRW: Welche Rassen auf der Liste stehen und welche Auflagen gelten

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